Iran – Against all odds

Der ADAC lässt aktuell übers Internet wissen, dass Motorräder über 250 ccm nicht in den Iran rein gelassen werden! No Chance! Dieser Schock fährt meinem Moped und mir ins Fahrwerk. Was tun? Etwa umkehren? Nix da! Ich verlasse meine Komfortzone in Gocht, Yerevan, mit einem herzlichen „Dankjewel“ an Sandra und dem festen Ziel den Grenzübergang in den Iran bei Agarak zu meistern. Let’s go!

Auf dem Weg dorthin geben die Klöster Khor Virap und Tatev im Auftrag des Fremdenverkehrsamtes von Armenien nochmal alles.

Der kleine Kaukasus macht großen Spaß; on- und offraod. Armenien was great!

Nach einer letzten Passfahrt (2.500m) von Kapan ins Tal nach Meghri komme ich gegen 10.00 Uhr an die Grenze.

Die Ausreise ist easy. Der beleibte Grenzer raunt mit seiner Bassstimme fast akzentfrei „Auf Wiedersehen“ und entlässt mich mit dem Satz „Friedrich Barbarossa, good“ einigermaßen verstört gen Iran.

Es ist Freitag, d.h. Feiertag im Iran. Der Himmel ist bedeckt, die Temperaturen bei angenehmen 25 Grad. Außer mir sind noch vier Trucker unterwegs. Pass- bzw. Visakontrolle geht fix. Customs geht auch zügig. Es läuft zu gut. Irgendwie traue ich dem Frieden nicht. Am Ende wird es nochmal eng; der Beamte vor der Schranke checkt das Carnet und ruft seinen Vorgesetzten an. Ich verstehe kein Wort von dem was gesprochen wird. Es geht offensichtlich ums Motorrad. War’s das jetzt? Mich quält die Befürchtung, dass meine Reise hier vor der letzten Schranke ein Ende haben könnte.

Hatte der ADAC recht? Meine Knie zittern. Gut, dass das hinter den Protektoren nicht zu sehen ist. Mein Herz rutscht auch da unten irgendwo rum. Das Telefonat dauert lange, will nicht enden. Die Stirn des Beamten legt sich in Falten, die Stimme senkt sich, er legt auf, greift zum Stempel und „Bam“. Er reicht mir das Carnet mit einem erlösenden „Go“. Die Schranke geht auf und Halleluja, ich bin drin. Iran, here I come.

 

 

 

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