Deutschland – Österreich

Packen wir‘s an

Es gibt Dinge von denen träumt man ein Leben lang – und es gibt Dinge, die muss man einfach anpacken. Das Abenteuer „Transafrika“ beginnt in Würzburg am 5. Oktober 2015 um 9.00 Uhr.

Meine Frau Sibylle und meine Tochter Carina verabschieden mich. Der Main-Post Redakteur Herbert Kriener macht Fotos für seinen Beitrag in der Zeitung.  Die letzten Wochen empfand ich als mental anstrengend. Die Vorbereitungen der langen Reise en detail einerseits und andererseits die bohrenden Fragen, die mir Freunde, Bekannte und ich mir  – ich muss es zugeben – auch selbst stelle, machten das Vorhaben immer komplexer. Irgendwann ist der Moment erreicht, wo Du einfach nur den Zündschlüssel umdrehen und Gas geben möchtest. In dem Moment des „Losfahrens“ bin ich zu meiner eigenen Überraschung dann doch relativ locker. Der von mir selbst eingebaute Schutz, nicht über alles zu spekulieren, was auf mich zukommen könnte, filtert alles weg und ich genieße den Moment. Wertschätzung, Dankbarkeit – ja, sowas wie Demut kommt auf.

Sibylle u. Carina 

Afritz am See in Kärnten ist das erste Ziel. Mein Freund Günter hat dort auf 1.200 m Höhe ein schönes altes Haus (inkl. modernem Spa-Bereich) mit Blick auf den Mittagskogel und die Karawanken. Bevor mich Whirlpool, leckere Kartoffelsuppe, Brotzeit und blauer Zweigelt erwarten, stelle ich mir jedoch selbst noch eine Falle. Irgendwo in Österreich zeigt der Tank seine Reserve an. O.k. – denke ich mir, das reize ich jetzt mal aus. Lieber hier schauen was geht, als später in Afrika liegen bleiben. Bingo! Bei Hallein stellt sich dann der Motor von selber ab. Warnblinklicht an und das Moped (wie ich meine schwere Maschine gerne liebevoll nenne) auf dem Standstreifen abstellen. Mein Navi sagt mir, dass es in 2,5 km, abseits der Autobahn, eine Tankstelle geben soll. Ich mit Schwung über den Schallschutzzaun und dann durch Feld und Wiesen zur Tanke. Mit fünf Liter feinstem Stoff im Kanister gönne ich es mir,  in einem Taxi zurück zu fahren und gebe meinem Motorrad was es braucht. Das gelungene Experiment hat mich eine Stunde, viel Schweiß und 10€ fürs Taxi gekostet. (Habe mir lange überlegt, ob ich das Malheur nicht verschweigen soll – aber erstens ist die Erkenntnis, mit einer Tankfüllung 460 km weit zu kommen ein Gewinn und zweitens wollte ich mir sowieso einen Reservekanister kaufen. Dieser Kanister wird es bis Sharm el Sheikh schaffen. Dann muss ich ihn wegschmeißen, weil er über dem Auspuff geschmolzen ist).

Eine Stunde später als angedacht, trinke ich mit Günter und dem Blick auf den Mittagskogel ein Bier und liege anschließend im Whirlpool. Die Welt gehört mir…

The end of an almost perfect day!

>> Next: Griechenland: Highway to Hellas