Highway to Hellas

Guten Morgen und auf Bald, mit Blick auf den Mittagskogel in der Früh.

Es folgen mehr als 11 Stunden, 950 km sowie mit Slowenien, Kroatien, Serbien und Montenegro vier Länder. Am Abend lande ich im Motel Predejane in Serbien. Ich habe es nach den Kriterien ausgesucht: sauber, sicher, sparsam – und habe eine gute Wahl getroffen.

Am nächsten Tag schaffe ich die restlichen 850 km bis zu meiner ersten Zwischenetappe in Lavrion im Süden von Athen. Freie Fahrt zum Mittelmeer. Teilweise fahre ich wie in Trance. Kein Gedanke verlässt den Helm. Manch einer wird solange gewendet, gequetscht und gedreht, bis er verworfen, gespeichert oder vergessen ist. Nur die Maut- und Grenzstationen schaffen Abwechslung. Die Grenzbeamtin bei der Ausreise aus Mazedonien ist erfrischend hübsch und freundlich. Ihre Kollegin beim Reinkommen ins Land erinnerte mich an eine sowjetische Busfahrerin im kalten Krieg. Zwischen beiden liegen 100 kg und 50 Jahre.

Auf dem Alexander of Macedonia Highway, nutzt man jede Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass Alexander der Große nicht Grieche, sondern einer von ihnen, also ein Mazedonier, war. Der große Altertums-Wissenschafter und Freund Ulrich Sinn hat letzten Sonntag in einem Vortrag darauf hingewiesen, wo genau der Ursprung unseres christlichen Abendlandes im Nahen Osten liegt. Genau dort, von woher heute Tausende verzweifelte Flüchtlinge zu uns strömen. Auf meiner Balkanroute habe ich zwar nichts vom Flüchtlingsdrama wahrgenommen, unterm Helm war es aber ein Thema.

Um 19.00 Uhr sitze ich dann bei griechischem Wein und Salat auf dem Campingplatz Bacchus und freue mich des Lebens. Am Samstag geht‘s aufs Schiff nach Haifa. Bis dahin bin ich Tourist. Hellas!

Hier eine kleine Galerie vom Kap Sounion am Abend 08.10.2015:

Cap Sounion 2 Cap Sounion 3 Cap Sounion 6 Cap Sounion 5 Cap Sounion 8

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