How dare we!

(English below)

Dieses Foto hat Woulter van der List, mit dem ich eine Zeitlang unterwegs war, irgendwo im Himalaya gemacht. Mir fällt auf, dass ich selbst fast ausschließlich das Bunte und Schöne aus den Ländern meiner Reise fotografiert und veröffentlicht habe. Nicht die vermüllten, toten Bäche und Seen in Indien. Ja, Bilder von den letzten Oran Utans hab` ich gemacht, aber nicht ein einziges Foto vom abgeholzten Jungel in Sumatra, wo Bagger den Urwald planieren damit Palmen Platz haben, die Öl für unsere Kosmetik-Industrie produzieren. Ich habe die Petronas-Twin-Towers in Kuala Lumpur bei Nacht fotografiert, bin aber nicht zum Hafen gefahren, wo die Container voller Müll aus Europa angeliefert werden. Kein Bild bezeugt die hustenden, bleichen Kinder, die vom Dreck der Kupfermine in Armenien krank aufwachsen. Nicht ein Bild vom Smog über Los Angeles und auch keine Fotos von dem Plastikmüll am Strand von Bali, der jeden Morgen zusammengekehrt und im Sand vergraben wird. Wie unsere Hochglanz-Urlaubsindustrie habe ich die Realität verschleiert, weil wir schöne Bilder sehen wollen, von einem schönen Urlaub an einem schönen Ort. Und jetzt spricht ein unscheinbares sechszehnjähriges Mädchen mit einem großen Kämpfer-Herz Tacheles. Weiterlesen

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One Moment in Time

(English below)

Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles war ich dabei. Als Fechter und Mitglied des deutschen Olympiateams bin ich stolz bei der spektakulären Eröffnungsfeier in das alt ehrwürdige Los Angeles Memorial Coliseum einmarschiert.

Brook Shields lächelte mir aus der ersten Reihe zu, Edwin Moses hatte beim Aufsagen des Olympischen Eids einen Hänger und der damalige US Präsident Ronald Reagan hat die Spiele feierlich eröffnet. Die ganze Welt schaute auf dieses Stadion. Heute war mein Besuch der „Grand Old Lady“, wie es die Amerikaner liebevoll nennen, einer der für mich emotionalsten Momente auf meiner Round the World Tour. Whitney Housten hat vier Jahre später 1988 in Seoul meine Gefühle passend besungen:

„Give me one moment in time. When I’m racing with destiny. Then in that one moment of time, I will feel, I will feel eternity“

 

Es mag pathetisch klingen, aber ich hatte heute, 35 Jahre nach den Spielen, einen Flashback, der mir die Tränen in die Augen trieb. Mir kamen all die überwältigenden Erinnerungen von damals hoch. Weiterlesen

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Home to Nepal – and further

If you Iike you can follow my online presentation in the Rotary Club of Motorcycling Rotarians in August 2019 here.

He is a very interesting fellow with lots of wonderful experiences to share with us!  Dieter has packed up his motorcycle and is riding all over the world visiting Rotary clubs in support of depression awareness.

Brian Greene, President of the Club.

Der Vortrag ist liegt leider nur in Englischer Sprache vor.

 

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Erfahren. Entdecken. Inspirieren.

Hervorgehoben

(English further down: Riding. Exploring. Inspiring.)

Mit meinem Fellows Ride möchte ich die Aufmerksamkeit für Depressionshilfe und Suizidprävention steigern. Dazu besuche ich einerseits, da wo es geht, Rotary-Clubs und werbe für das Thema. Andererseits suche bzw. finde ich oft den Kontakt zu Menschen, meist junge Leute, die an meiner Geschichte interessiert sind und die ich inspirieren kann. Nach meiner Erfahrung scheint Depression sowohl in den Drittländern als auch in den Industrieländern ein zunehmendes Problem zu sein. Armut und Verzweiflung auf der einen Seite sowie Burnout und Leistungsdruck auf der anderen, treibt immer mehr Menschen in die Depression; in eine tückische Krankheit, die noch viel zu oft ignoriert und verharmlost wird. Wenn mir ein orthodox christlicher Bischof in Georgien und ein hochrangiger Mullah im Iran einstimmig belehrend sagt, dass mein Sohn noch glücklich und zufrieden leben würde, wenn er nur genug zu Gott bzw. zu Allah gebetet hätte, wird die Dimension der Ignoranz erschreckend sichtbar. Wo und wann es geht werde ich weiter darauf hinweisen, dass es sich bei einer schweren Depression um eine lebensgefährliche Krankheit handelt. Ärzte und Wissenschaftler sind gefragt. Nicht zuletzt können wir alle lernen Depression zu erkennen und die Betroffenen dabei aktiv zu unterstützen die notwendige medizinische Hilfe anzunehmen. Darüber reden hilft, Fellows.

10 Dinge, die wir im Umgang mit depressiven Menschen wissen, beachten und tun sollten.
Tipps für Angehörige, Freunde, Vorgesetze, Arbeitgeber, Lehrer …
(Lorenz Meyer, Professor für Online Journalismus)

  1. Akzeptieren, dass es sich um eine Erkrankung handelt.
  2. Da sein bzw. Kontakt aufrechterhalten, auch wenn sich das Gegenüber nicht meldet.
  3. Verständnis zeigen / Geduld haben.
  4. Nichts persönlich nehmen.
  5. Sparsam mit „guten Ratschlägen“ sein.
  6. Unterstützen, z.B. beim Gang zum Arzt oder Therapeuten.
  7. Ggf. kleine Dinge im Alltag übernehmen.
  8. Hoffnung statt Druck.
  9. Suizidankündigungen Ernst nehmen und im Zweifel Alarm schlagen.
  10. Auf sich selbst achten und sich nicht aufopfern.

Link zur Stiftung Deutsche Depressionshilfe: www.deutsche-depressionshilfe.de

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A Secret of travelling

(English version below)

Kennt ihr das Gefühl, wenn eine lange, anstrengende Tagestour zu Ende geht? Der Kopf ist matschig, die Seele müde, der Körper verlangt mit letzter Kraft ein Bett. Genauso erging es mir gestern Spätnachmittag, als ich Alice Springs erreichte. 1.700 Kilometer in vier Tagen steckten in meinen Knochen und im Fahrwerk des Motorrads. Hier im Outback von Australien sind die Entfernungen weit, aber bei weitem nicht das Problem. Das Nichts ist es, was dich mürbe macht. Die Landschaft schafft dich und sie interessiert sich einen Dreck für dich. Das Asphaltband mündet rücksichtslos schnurstracks im nächsten Horizont. Du fühlst dich fremd in dieser kurvenlosen Welt. Wenn du anfängst zu glauben, dass dieser Kontinent eine Scheibe ist, ist es Zeit Quartier zu machen. Winton, Mount Isa, TennantCreek und jetzt, Alice Springs. Das Zentrum, jedoch nicht der Mittelpunkt Australiens. Weiterlesen

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Waltzing Matilda

(English version below)

Waltzing Matilda“ heißt ein altes australisches Volkslied. In dem Lied geht es um die Leidenschaft zur Freiheit. Ein alter „Swagman“ ertränkt sicher lieber in einem Billabong, als dass er seine Freiheit aufgibt. Ein Billabong ist ein Wasserloch im australischen Outback. Ein Swagman ist ein Mann auf Wanderschaft – was sich eleganter anhört, als der Begriff Landstreicher. Man könnte aber auch sagen: der Mann ist auf der Walz; ein Begriff den die Älteren unter uns noch kennen. Mein Großvater ist als Schreinergeselle noch auf die Walz gegangen, um seine handwerklichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, Lebenserfahrung zu sammeln und fremde Orte kennenzulernen. Der „Swag“ ist ein Gepäckstück in Form einer Rolle, in dem Volkslied ‚Matilda‘ genannt. Warum ich das erzähle? Mir hat in Barcaldine/Queensland ein junger Mann spontan und gekonnt Waltzing Matilda vorgesungen, als er mein Motorrad mit den beiden Gepäckrollen sah. Anschließend hat er mir die Geschichte des Liedes erzählt und mich mit dem Swagman verglichen. Ja, das hat was. Wie ein Swagman liebe auch ich die Freiheit und will auf meiner motorisierten Wanderschaft Lebenserfahrungen sammeln, fremde Orte und Länder kennenlernen. Der junge Mann, der Maj Bradshaw heißt, ist Gitarrist von „Death by Carrot“, einer Heavy Metal-, genauer gesagt Stoner Rock-Band, die auf einer Tour nach Alice Springs ist.

Mitten im Kontinent, in the middle of nowhere findet Anfang Mai das größte Open Air Heavy Metal in der südlichen Hemisphäre statt. Es heißt Blacken Festival und ist die australische Schwester von Wacken in Deutschland.
Der Bogen, der sich in dieser Geschichte vom Volkslied zu Stoner Rock spannt, ist genauso weit wie der Horizont, wie der Himmel und wie das Nichts, von dem es hier im Outback eine ganze Menge gibt. Weiterlesen

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Australien, du hast es besser.

(For English version see below: „Australia, you have it better.“)

Black Dog Ride, Men`s Breakfast, moodgym, beyondblue, Black Dog Institute“ …, um nur einige Institutionen und Initiativen zu nennen, die sich in Australien um Depressionshilfe und Suizidprävention kümmern. Aber neben diesen Angeboten ist es vor allem Eins, was den Umgang in Sachen Mental Health down under von uns in Deutschland unterscheidet: hier spricht man offen darüber! 

Diese subjektive Einschätzung ist für mich allgegenwärtig. Es reicht ein kleiner Anstoß und betroffene „Mates“ reden nicht nur über ihre Depressionen, ihre Abhängigkeiten oder ihre Panikattacken, sie erzählen dir auch über ihre Versuche damit umzugehen, über Therapien, ärztliche Hilfen und Medikationen. Weiterlesen

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60 Jahre; Freud‘ und Leid

(English below)

Am 20. Februar 2019 bin ich 60 Jahre alt geworden. Schlimm genug! Wer mir aber von dem Leid etwas nehmen möchte, kann für einen guten Zweck geben; am 11. Mai findet in Würzburg wieder das inklusive Sport- und Spielfest „NoLimits!“ statt, das unsere Stiftung unterstützt (Thomas Lurz und Dieter Schneider Sportstiftung: http://www.sport-stiftung.de).

Unter dem Motto „Leistung. Lernen. Miteinander“ baut NoLimits! Unsicherheiten im Umgang mit Behindertensportlern ab und baut Respekt, Toleranz und Freundschaften auf. Diese Werte gelten gleichermaßen für den runden Geburtstag des „Old white man with his big bike from Germany“, wie man mich hier in Indonesien nennt.

Folgende Spenden-Vorschläge für Euch habe ich mir auf meiner Tour unterm Helm ausgedacht: Weiterlesen

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Ein Traum am Strand zu Weihnachten

Der Traumstrand einer einsamen Insel am anderen Ende der Welt ist nicht der Ort für besinnliche Weihnachtsstimmung. Sonne, Meer und Horizont bilden die Kulisse für Palmen und Kokosnüsse, nicht für Weihnachtsbaum und Plätzchen. Die Füße sind im warmen weißen Sand vergraben. Der Blick schwenkt über den grünblauen Golf von Thailand. Da kommt mir die Tour d’horizont in den Sinn, die ich in den letzten sechs Monaten durch die vielen Regionen mit ihren unterschiedlichen Religionen erfahren habe. Ich kann die Kirchen, Klöster, Moscheen und Tempel nicht zählen, die ich besucht und besichtigt habe. Christen, Moslems, Sikhs, Buddhisten und Hindus haben mich beherbergt, bewirtet, überholt, betankt, geärgert und erfreut.
Durch mein Weltbild – derart verdichtet – schimmert ein roter Faden, der alle Religionen verbindet. „Göttliche Energie“, „lehrreiche Weisheit“ und „achtsame Nächstenliebe“ bilden den gemeinsamen Nenner. Man stelle sich vor, der Inhalt und die Essenz aller heiligen Bücher würden miteinander verknüpft, zu einer Überbibel oder einem Meta-Koran synchronisiert. Eine einzige Weltreligion, die ihre Energie und Weisheit uneingeschränkt für das Wohl von Mensch, Tier und Natur einsetzt. Die Welt wäre friedlicher und wir Menschen glücklicher.
Mit diesem Traum am Strand einer einsamen Insel am anderen Ende der Welt wünsche ich uns Allen die Weisheit und Energie die Welt ein Stück besser zu machen.
Euch und Euren Familien wünsche ich von ganzem Herzen friedliche Weihnachten sowie ein gesundes und glückliches neues Jahr.
Danke für alles!
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